Kontusionsblutung

Kontusionsblutungen können im Rahmen eines Schädel-Hirn-Traumas auftreten und zeigen sich als intraparenchymale Blutungen, welche oft in der initialen Bildgebung noch nicht oder nur gering ausgeprägt gesehen werden und im Verlauf oft deutlich an Volumen zunehmen können. Typischerweise entstehen Kontusionsblutungen durch eine rasche Dezeleration und ein dadurch ausgelöster Aufprall des Gehirns am Knochen nach dem coup bzw. contrecoup Prinzips.

Coup Kontusion

Coup Kontusionen treten auf der Seite des Aufpralls auf.

Contrecoup Kontusion

Contrecoup Kontusionen treten entfernt vom Aufprall auf und kommen durch die Bewegung des Gehirns innerhalb des Schädels zustande. Contrecoup Kontusionen sind am häufigsten am Frontalpol und Temporalpol und im subfrontalen Bereich zu finden1.

Bildgebung

Kontusionsblutungen können in einer MRI sowie CT-Bildgebung gut dargestellt werden. Kontusionsblutungen erhöhen das Risiko zur Entwicklung von epileptischen Anfällen nach einem Schädel-Hirn-Trauma2 3. In den allermeisten Fällen können Kontusionsblutungen konservativ ohne chirurgische Intervention behandelt werden. In seltenen Fällen bei einer ausgeprägten Raumforderung der Kontusionsblutung kann eine chirurgische Entlastung notwendig sein4.

MRI SWI Sequenz einer Kontusionsblutung
MRI SWI Sequenz einer Kontusionsblutung frontal rechts.

Kontusionsblutung im CT
Temporale Kontusionsblutung (roter Pfeil) in einer axialen und coronalen CT-Schicht.

Referenzen


  1. Neurosurgery Case Review: Questions and Answers. Remi Nader, Abdulrahman J Sabbagh. 2020 Thieme Verlage. ISBN 9781626231986 

  2. Annegers JF, Coan SP. The risks of epilepsy after traumatic brain injury. Seizure. October 2000:453-457. 

  3. Lowenstein DH. Epilepsy after head injury: An overview. Epilepsia. February 2009:4-9 

  4. Hemorrhagic contusion. In: Greenberg M, ed. Handbook of Neurosurgery. 9th Edition. Thieme; 2019.