Hirnmetastase

Unter Hirnmetastasen versteht man Raumforderungen im Gehirn, welche von einem nicht im Gehirn gelegenen Primärtumor ausgehen. Je nach Anzahl, Grösse und klinische Symptomatik kann eine chirurgische Entfernung indiziert sein. Hirnmetastasen können prinzipiell an jedem Ort im Gehirn auftreten.

Epidemiologie

Hirnmetastasen sind bei Erwachsenen die häufigsten Tumoren im Gehirn und treten jährlich bei 10–15 von 100 000 Personen auf und in 30–50 % der Fälle handelt es sich um singuläre Metastasen1.

Primärtumore

Lungenkarznome, Nierenkarzinome, Kolonkarzinome sind für etwa 80% der Hirnmetasten bei Männern ursächlich, wohingegen bei Frauen Mammakarzinome, Lungenkarzinome, Kolonkarzinome und Melanome für 80% der Metastasen verantwortlich sind2.

Je nach Primärtumor ist das Risiko zur Entwicklung einer Hirnmetastase unterschiedlich groß3:

Primärtumor Geschätzte kumulative Inzidenz nach 5 Jahren
Lungenkarzinom 16,3 %
Nierenkarzinom 9,8 %
Melanom 7,4 %
Mammakarzinom 5 %
Kolorektales Karzinom 1,2 %

Bildgebung

Der Goldstandard in der Bildgebung von Hirnmetastasen ist die MRT Bildgebung. Bei Hirnmetastasen mit Beteiligung des Knochens kann eine zusätzliche CT Bildgebung hilfreich sein.

Hirnmetastase MRI
Axiales MRI Bild einer T1 Sequenz mit Kontrastmittel von zwei rechtsseitig lokalisierten Hirnmetastasen.

CT ossäre Hirnmetastase
Natives CT einer ossär infiltrierenden Hirnmetastase.

Referenzen


  1. Delattre J, Krol G, Thaler H, Posner J. Distribution of Brain Metastases. Archives of Neurology. 1988;45(7):741-744. 

  2. Neurosurgery Case Review: Questions and Answers. Remi Nader, Abdulrahman J Sabbagh. 2020 Thieme Verlage. ISBN 9781626231986 

  3. Schouten, Leo J., et al. "Incidence of brain metastases in a cohort of patients with carcinoma of the breast, colon, kidney, and lung and melanoma." Cancer 94.10 (2002): 2698-2705.