Hangman Fraktur

Als Hangman Fraktur wird eine bilaterale Fraktur durch die Pars interarticularis (Isthmus) des Pedikels des Axis bezeichnet. Es kommt somit zum Abriss der Axisbogen-Wurzeln und Luxation des Axiskörpers nach ventral. Häufig kann somit zu einer anterioren Subluxation von HWK2 auf HWK3 kommen1.

Traumamechanismus

Die Namensgebung der Hangman Fraktur wurde von Schneider et al.2 geprägt wobei sich der Unfallmechanismus bei heutigen Hangman Frakturen vom Erhängen unterscheidet, bei welcher die Fraktur durch eine Hyperextension und Distraktion verursacht wird3. Eine Hangman Fraktur wird heutzutage meist durch ein hyperexentions bedingtes Trauma mit axialer Belastung ausgelöst1. Dies kann beispielsweise bei Autounfällen oder Tauchunfällen vorkommen.

Hangmanfraktur bei Kindern

In der pädiatrischen Population bei Kindern jünger als 8 Jahren sind Hangmanfrakturen selten1, da die oben genannten Krafteinwirkungen tendenziell den noch nicht vollständig verknöcherten Dens frakturieren. Bei Kindern sollte somit eine Pseudosubluxation in der Differentialdiagnose in Erwägung gezogen werden1.

Klassifikation

Hangman Frakturen werden nach der Levine und Edwards Klassifikation eingeteilt.

Behandlung

Hangman Frakturen sind in den meisten Fällen stabil und neurologische Defizite sind selten. 90 % der Hangmanfrakturen heilen mit Immobilisierung aus und eine operative Fusion ist selten indiziert1.

Hangman Fraktur axiales CT
Darstellung einer Hangman Fraktur im axialen CT Bild.

Referenzen


  1. Handbook of Neurosurgery. Greenberg M, ed. 9th Edition. New York: Thieme; 2019     

  2. Schneider RC, Livingston KE, Cave AJE, et al. 'Hangman's Fracture' of the Cervical Spine. J Neurosurg. 1965;22:141-154. 

  3. Wood-Jones F. The Ideal Lesion Produced by Judicial Hanging. Lancet. 1913;1